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Reinkarnation

Einleitung:

Einige Menschen begegnen anderen zum ersten Mal und haben das Gefühl sie kennen sich schon ewig. Wieder andere haben stets eine Abneigung gegenüber ihren Blutsverwandten. Weshalb ist man in der Schweiz geboren und nicht in Afrika und warum gibt es so eine Vielzahl an unterschiedlichen Eigenschaften des Menschen. Warum leide ich ohne jeglichen Grund? Sind das alles Zufälle? Wenn ja, hat es dann Platz für eine Gerechtigkeit?

Der Spiritismus regt den Menschen an, genau diesen Fragen nachzugehen und so über den Tellerrand zu schauen. Alles im Leben hat eine Wirkung und eine Ursache und steht in einer Wechselbeziehung zueinander. Wenn Gott gerecht sein soll, dann ist das Gesetz: «keine Wirkung ohne Ursache» eine Antwort für seine Gerechtigkeit.

Haupttext:

Philosophischer, wissenschaftlicher und religiöser Aspekt aus dem Spiritismus

Aus spiritistischer Sicht ist der Mensch auf einem Weg des stetigen Fortschrittes. Dabei unterzieht er sich einigen Lebensprüfungen, um sich moralisch und intellektuell weiter zu entwickeln. Sein freier Wille hilft ihm oder hemmt ihn diese Lebensprüfungen anzugehen. Daraus resultiert, dass der Mensch eine hohe Eigenverantwortung für sein Leben trägt und dieses aktiv mitgestalten kann. Da der Mensch mit Fehlern behaftet ist, erhält er stets wieder die Möglichkeit, sich in seinen Lebensprüfungen zu entwickeln. (Buch der Geister, Frage 132) Da diese in eine einzige körperliche Existenz kann kaum dafür ausreichend d.h. damit ein geistiges Wesen all das erwerben kann, was ihm an Gutem fehlt und sich von all dem Schlechten lösen kann, benötigt es mehrere Existenzen. «In jeder Existenz bringt der Geist das mit, was er in den vorhergehenden an Fähigkeiten, intuitiven Kenntnissen, Intelligenz und Moral erworben hat. Jede Existenz ist auf diese Weise ein Schritt voran auf dem Wege des Fortschrittes». (Himmel und Hölle: 1. Teil, Kap.3 Abschnitt:7)

Die Anomalien des Menschen, die Unterschiede der sozialen Stellungen, der vorzeitige Tod, die Ungleichheit der intellektuellen und moralischen Begabungen infolge des hohen Alters des Geistes, der mehr oder weniger gelernt hat und fortgeschritten ist. (Genesis, Kap.1, Abschnitt 34) Diese Unterschiedlichkeiten der Menschen sind für den Spiritismus die Erklärung der Reinkarnation.

Wenn der Spiritismus von Reinkarnation spricht, meint er damit, dass der körperliche Bestand des Menschen vorübergehend und vergänglich, hingegen die Seele unsterblich ist und diese den Körper nach dem Tod überdauert. (Buch der Geister, Fragen 136a). So sammelt der Inkarnierte die Früchte des Fortschritts, den er durch seine Arbeit in seiner Inkarnation vollbracht hat.

So erneuert der Spiritismus einen sehr alten Glauben, dessen Ursprung im Laufe der Zeit verloren gegangen ist. Die Reinkarnation ist demnach weder neu noch vom Spiritismus erfunden worden. Unter den Aufklärungen der Geistwesen legt sie einen rationaleren Standpunkt dar, der mehr mit den fortschreitenden Naturgesetzen übereinstimmt. So befreit sie sich vom Aberglauben und steht in einem grösseren Einklang mit der Weisheit des Schöpfers. (Buch der Geister, Kap. 4 und 5, Fragen: 166 – 222)

Sobald man nämlich einen gerechten Gott anerkennt, muss die Ursache auch gerecht sein.  (Das Evangelium im Licht des Spiritismus, Kap.5, Abschnitt 6) Diese Gesetzmässigkeit macht einen gerechten Gott aus, der eben stets die Türen für ihre bereuende Kinder offen hat. (Buch der Geister, Frage: 171). Aus diesem Grund schenkt Gott dem Menschen die Möglichkeit mehrere Existenzen zu haben und sich so dem Gesetz des Fortschrittes zu fügen.

Geboren werden, sterben und wiedergeboren werden und unaufhörlich voranschreiten, so lautet das Gesetz. (Allan Kardec)

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