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Der rationale Glaube.

Aktualisiert: 15. Juni 2022


«Unerschütterlicher Glaube ist nur der, der zu allen Epochen der Menschheit der Vernunft gegenübertreten kann.» - Allan Kardec


Der Glaube und die Zuversicht eines Menschen in seinen Bestimmungen, ist das Gefühl, das ihn zur unendlichen Potestade erhebt. Es ist die Gewissheit auf dem Weg zu sein, der zur Wahrheit führt. Niemand erwirbt diesen Glauben, ohne dass er Zweifel oder Ängste durchlebt, die den Weg der Erforscher säumt. – Leon Denis

Dogmen und blinder Glaube, die bis zum Exzess getrieben zum Fanatismus führen, gehören nicht mehr in die heutige Zeit. Um zu Glauben genügt es nicht mehr zu sehen. Es ist notwendig, die natürlichen Gesetze, die zugleich die göttlichen Gesetze sind, zu verstehen. Diese Gesetze sind ewig und unveränderlich und können in die physischen und die moralischen Gesetze unterteilt werden. Der wahre Glaube drängt sich nicht auf, sondern kann mittels logischem Denken und dem freien Willen erworben werden. Unerschütterlicher Glaube tiefgründig, ungebrochen und befähigt die grössten Herausforderungen zu überwinden. In diesem Sinne können die Worte von Jesus werden «wer glaubt kann Berge versetzen» (Matthäus, Kap. XVII, 14-21), wobei die Berge sinnbildlich für die Schwierigkeiten stehen, welche die Erneuerer auf ihrem Weg antreffen: Stolz, Leidenschaften, Ignoranz, Vorurteile, materielle Interessen etc. Der wahre Glaube verbindet sich mit einer Demut und setzt sein Vertrauen auf Gott. Wer seine Kräfte, seine Bemühungen und seine Gaben mit einem brennenden Glauben verbindet, kann die Wirkung verstärken. Dies erklärt die Aussage Jesus zu seinen Aposteln: «wenn ihr nicht geheilt habt, dann deshalb, weil ihr keinen Glauben hattet». (Evangelium im Lichte des Spiritismus, Allan Kardec, Bedingungen des unerschütterlichen Glaubens, S. 343ff).

Der Glaube aus Sicht des Spiritismus ist somit eine Wirkung unserer eigenen Auseinandersetzung und nicht eine Ursache im Sinne von verbreiteten Glaubenssätzen.

Der Spiritismus verfügt über viele Bücher die einladen, sich einen eigenen Glauben zu erarbeiten, indem sie den Fragen nachgehen, woher wir kommen, weshalb wir sind und wohin wir gehen. Dies unter Berücksichtigung unseres Austauschs mit der Umwelt.

Würden wir alle, diesen Weg der persönlichen Auseinandersetzung mit dem Glauben einschlagen und uns vom freien Willen und der Vernunft leiten lassen, würden wir über die noch bestehenden Religionsgrenzen hinweg näher zusammenrücken. Dies indem wir uns auf das verbindende wesentliche und nicht auf die ausgrenzenden Auslegung konzentrieren würden.


Literatur

Kardec, A. (2009), Evangelium aus der Sicht des Spiritismus, Brasilia: Internationaler Spiritistischer Rat.

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